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Rundgang durch Weimar
Goethe und Schiller in Weimar

Rundgang durch Weimar

Weimar

Faszination Weimar!  Weimar zog immer schon große Geister an: Luther, Bach, Lucas Cranach d. Ä. , Schelling, Schlegel, Novalis, Hölderlin, Schopenhauer, Schumann, Liszt, Wagner, Nietzsche, Henry van der Velde, Gropius, Feininger und viele weitere bedeutende Künstler kamen hierher. Sie  schufen in Weimar Werke und Taten, die bis heute nachhallen. Weimar hat Magie und eine ganz besondere Kraft. Auch wir als Initiatoren der FestSpiele des Denkens glauben an die besondere Kraft dieser Stadt, die sich immer wieder neu ausdrückt, die lebendig ist und sich mit unterschiedlichsten kulturellen  Angeboten und Festivals lebendig hält und nach außen strahlt.

Wir glauben auch an die Kraft des Gedankens und so behaupten wir, dass die Idee für die FestSpiele des Denkens uns in Weimar gefunden hat.
In bester Tradition der anregenden Tischgespräche und der kulturell-geselligen Salonkultur, die in der Epoche der Weimarer Klassik von Persönlichkeiten wie der Herzogin Anna Amalia etabliert und gepflegt wurde, geht es uns darum, in dieser Stadt zu wirken. Wir wünschen  hier neue Impulse zu geben, die natürlich über die Stadt hinaus in die Welt gehen. Aus dem Kraftfeld Weimar heraus wollen wir Wege aufzeigen, wie die nötigen Transformationen heute gelingen können.

Weimar ist fraglos einer der vielseitigsten Orte für kulturelles Erleben und Entdecken, seine Historie atmet und begegnet dem Besucher auf Schritt und Tritt. Strahlenförmig kann man die Stadt nach eigenem Interesse erkunden. Faszinierende Erinnerungsstätten aus der Renaissance und der klassischen Zeit, aber auch diverse Zeugnisse andere Perioden wie vor allem des Jugendstils oder des Bauhauses begegnen dem Besucher. „Wo finden Sie auf einem so engen Fleck noch so viel Gutes!(….) Es gehen dort die Tore und Straßen nach allen Enden der Welt.- Aber ich bin immer gerne nach Weimar zurückgekehrt“, so  warb Goethe im Gespräch mit Johann Peter Eckermann im Jahr 1823. Damals war sein Leben und Wirken schon fast ein halbes Jahrhundert mit Weimar verbunden Die Periode des „klassischen Weimar“ neigte sich dem Ende zu. Die Nachwirkungen sind tiefgehend, bis zum heutige Tag. 1998 wurde die kulturelle Bedeutung Weimars von der UNESCO international besonders gewürdigt und 13 Stätten der klassischen Zeit wurden – wie zuvor schon 1996 drei Stätten des „Bauhauses“ (u.a. Musterhaus AM Horn 61) als Zeugen der Moderne  – in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. 1999 hatte die Stadt den ehrenvollen Auftrag erhalten, als „Kulturstadt Europas“ die Traditionen wie die Kultur der Zeit für mehr  Gäste denn je zum Erlebnis werden zu lassen.

Die Zeichen für eine lebendige Begegnung mit dem Überlieferten und Neuen stehen nicht schlecht in Weimar. In den Museen und Erinnerungsstätten an die Dichter der Klassik und in den Landschaftsparks bietet sich den Gästen eine ungewöhnliche Vielfalt, die das Erleben und Entdecken reizvoll und lohnend machen. Das 1995 eröffnete Bauhaus Museum oder das 1999 neu gestaltet „Goethe Nationalmuseum“ am Theaterplatz sind Beispiele dafür, wie eindrucksvolle museale Präsentationen zu Pilgerstätten des Publikums wurden.
Weimar ist für uns nicht alleine ein geographischer Ort, sondern ein Idee. Wir sprechen vom Weimarer Geist, der für Humanismus und die Renaissance des Denkens und einen zutiefst schöpferischen Prozess steht.

„Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet.“

Wir freuen uns, dass wir hier die exklusive Möglichkeit haben, herausragende Wirkstätten, Schlösser und Gebäude als Bühne für die Festspiele zu nutzen.  Wir agieren somit an einem Ort, an die wir uns optimal und kontinuierlich entfalten können, an dem wir uns mit den Teilgebern und Teilnehmern der FestSpiele des Denkens zusammentun, um diesen Prozess zu unterstützen und somit den Bogen von unserer Herkunft in unsere Zukunft zu schlagen.

 

 

 

Stadtschloss Weimar

Das Weimarer Stadtschloss – die ehemalige Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach – stellt ein Sinnbild für das enge Zusammenspiel von Politik, Kunst und Kultur in der Weimarer Klassik dar. Seine heutige Gestalt entwickelte Weimarer Stadtschlosses, in dessen Festsaal ein überwiegender Teil der Vorträge der FestSpiele des Denkens stattfindet,  in über fünfhundertjähriger Bauzeit. Insbesondere die klassizistischen Prunkräume wie der Festsaal und das Gentzsche Treppenhaus sind nicht allein herausragende architektonische Zeugnisse, sondern entstanden unter maßgeblicher Mitwirkung von Johann Wolfgang von Goethe.

Schon im Laufe des 16. Jahrhunderts hatte sich die mittelalterliche Burganlage, deren Ursprung in das 10. Jahrhundert zurückreicht, zum Renaissanceschloss gewandelt.  Es fiel 1618 zu weiten Teilen dem Brand zum Opfer und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Wilhelm IV von Sachsen-Weimar als barocke Dreiflügelanlage weideraufgebaut.  Auch diese brannte 1775 völlig aus. Im Auftrag des Herzogs Carl August und unter der von Goethe geleiteten Schlossbau-Kommission wurde die Residenz ab 1789 als Stadtschloss wieder aufgebaut.  Nach den  Entwürfen der Architekten Johann August Arens aus Hamburg, Nikolaus Friedrich Thouret aus Stuttgart und Heinrich Gentz aus Berlin entstanden Interieurs, die als Höhepunkte klassizistischer Raumkunst um 1800 in Deutschland gelten dürfen. Besonders hervorzuheben sind der Festsaal, die Große Galerie und das so genannte Gentzsche Treppenhaus im Ostflügel. 1803 bezog die herzogliche Familie ihre Räumlichkeiten, ab 1830 erfolgte der Ausbau des Westflügels nach Plänen von Clemens Wenzeslaus Coudray auf Initiative der Großherzogin Maria Pawlowna, die zu Ehren von Goethe, Schiller, Herder und Wieland auch die Dichterzimmer mit Wandgemälden ausstatten ließ. Der Südflügel entstand erst unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg und schließt seither den einst offenen Hof ab.

Heute ist das Stadtschloss der Verwaltungssitz der „Klassik Stiftung Weimar“. Ebenfalls beheimatet ist dort seit dem Jahr 1923 das Schlossmuseum Weimar (Öffnungszeiten: April bis Oktober Di-So 10 bis 18 Uhr// November bis März Di-So 10 bis 16 Uhr), wo im Wechsel von authentischer Einrichtung und Galeriehängung in mehr als 50 Ausstellungsräumen die Residenzkultur des 18. und 19. Jahrhunderts in Verbindung mit der Weimarer Kulturgeschichte vermittelt wird.

Neben den Werken von Lucas Cranach d. Ä. geben bedeutende Arbeiten seiner Zeitgenossen wie Albrecht Dürer oder Hans Baldung Einblick in die Kunst der Reformationszeit. Weiterhin wird eine Auswahl mittelalterlicher sakraler Kunst präsentiert. Die russischen Ikonen aus der Zeit vom 15. Bis zum 19. Jhd. gelangten aufgrund des verwandtschaftlichen Verhältnisses zum Zarenhaus nach Weimar und wurden im 20. Jhd. durch die Sammlung Haar erweitert. Der Ursprung der herzoglichen Sammlungen liegt in der Kunst- und Wunderkammer des Barock.

Im 1. Obergeschoss wird die Kunst der Goethezeit präsentiert. Nach dem Brand 1774 wurde die Sammlung unter Goethe im klassizistischen Sinne neu ausgerichtet.  Werke von Jakob Philipp Hackert, Angelika Kaufmann, Georg Melchior Kraus und Johann Wilhelm Tischbein geben Aufschluss über die deutsche Malerei des Klassizismus. Das 2. OG zeigt zudem Gemälde der Weimarer Malerschule im Umkreis der 1860 gegründeten Großherzoglichen Kunstschule sowie deutsche und französische Kunst um 1900. Unter Großherzog Wilhelm Ernst verfolgte der Diplomat und Kunstsammler Harry Graf Kessler die Vision eines „Neuen Weimar“ und holte Künstler wie Henry van der Velde nach Weimar. Auch der Erwerb bedeutender Werke von Monet, Rodin oder Beckmann ist ihm zu verdanken. Mit Lovis Corinth und Max Liebermann sind auch herausragende Maler des Impressionismus vertreten.

 

 

Villa Haar

Den meisten Weimarern ist die „Villa Haar“, am Rande des Ilmparks unweit von Goethes Gartenhaus gelegen, „nur“ als ehemaliges Kinderheim bekannt. Doch durch den Neubau der sogenannten „Villa Felicitas“ auf dem benachbarten eigenen Grundstück, die ideal auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten wurde, entstand 1999 die Idee, das herrschaftliche und schicksalhafte Haus mit der etwa fünf Hektar großen Parkanlage als exklusiven Veranstaltungsort in der Kulturmetropole zu etablieren.  So bietet das Gebäude vis-à-vis dem Römischen Haus ein geeignetes Ambiente für unsere Workshops. Schöne lichtdurchflutete Räume, ein Wintergarten, das einladende Foyer mit zwei Kaminen sowie zwei Balkone und vor allem der romantische Garten mit seiner malerischen Terrassenaussicht auf den Ilmpark tragen Jahr für Jahr ihren ganz speziellen Teil zu einem inspirierenden Nachmittag bei.

Der Weimarer Rechtsanwalt Werner Voigt ließ das prächtige Gebäude samt Park mit der Freitreppe, den Wasserspielen, Stützmauern und Terrassen 1885 nach dem Vorbild der berühmten italienischen Villa d’Este in Tivoli im Stil der Neorenaissance nach Entwürfen vom Weimarer Architekten Otto Münkert erbauen. Kommerzienrat Otto Haar, Textilkaufmann und Inhaber des einst renommierten Kaufhauses „Max Haar“ (heute „Thalia“-Buchhandlung) in der Schillerstraße, erwarb das repräsentative Haus im Jahre 1905. Er ließ einige Umbauten vornehmen und die Villa mit Motiven des Jugendstils überformen, was interessante künstlerische Akzente setzte. Sein Sohn Georg übernahm 1936 die väterlichen Geschäfte und führte sie mit seiner Frau Anna Karola Felicitas, geschiedene Huch, erfolgreich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fort. Den Repressalien der russischen Besatzungsmacht vermochte der umtriebige Rechtsanwalt, Kaufmann, Kunstsammler und Mäzen indes nicht standzuhalten: Von einem befreundeten Apotheker ließ er sich Gift aushändigen. Als Dr. Georg Haar und seine Frau am 22. Juli 1945 in den Freitod gingen, hätten sie wahrscheinlich nie daran gedacht, dass in der Villa am Dichterweg einmal Einwohner und Gäste ausgelassen die unterschiedlichsten Jubiläen feiern, beziehungsweise sich zu Tagungen, Schulungen und Seminaren treffen.

In ihrem Testament setzte die Unternehmerfamilie die Stadt Weimar als alleinige Haupterbin ihres gesamten Vermögens ein und verfügte, dass in ihrem Wohnhaus im Grünen fortan Waisenkinder betreut werden. Schon im Oktober 1945 zogen erste Kriegswaisen in die einstige Residenz ein. Im Februar 1947 wurde die Stiftung „Dr. Georg Haar“ gegründet, die den letzten Willen umsetzte. Jedoch wurde bereits 1952 die Stiftung von den damaligen Behörden aufgelöst und das eingebrachte Vermögen verstaatlicht. Das Kinderheim in der Villa, in der zeitweilig bis zu 50 Jungen und Mädchen untergebracht waren, erhielt den Namen „Rosa Thälmann“, den es bis 1990 führte. Die Stiftung geriet zu DDR-Zeiten in Vergessenheit. Erst nach der politischen Wende wurde das Vermächtnis der Familie Haar neu belebt: Der Weimarer Stadtrat beschloss am 13. März 1991 die Wiedererrichtung der Institution. Als Träger der Kinderund Jugendhilfe steht sie heute ganz im Dienst benachteiligter junger Menschen und deren Familien. Im vergangenen Jahr feierte man das 15jährige Jubiläum der Neugründung, in diesem Jahr das 60jährige Bestehen.

Mit der Bewirtschaftung der alten Villa wagte die Stiftung den Spagat zwischen kommerzieller Nutzung und Stiftungswillen, erläutert Villa-Haar-Chef Geschäftsführer Torsten Montag. Dem Vermächtnis der Familie Haar werde Rechnung getragen und die erwirtschafteten Gelder fließen mit in die Stiftung ein. Dadurch könne der „ideelle Wert“ der Villa erhalten werden und vor allem die Liegenschaft mit dem umgebenden großen Park „öffentlich“ bleiben. Das Café „d’Este“ bietet zum hochkarätigen Kunstgenuss mit frischgebackenem Kuchen sowie kleinen Köstlichkeiten die passende kulinarische Ergänzung und vermittelt so in der ehemaligen Familienresidenz ein ganz spezielles Flair. Das Café ist jeden Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und während dieser Zeit können die Ausstellungen besichtigt werden. Unter dem Motto „Kunst in der Villa Haar“ finden hier im Grünen zudem regelmäßig interessante musikalische und literarische Veranstaltungen statt.

 

 

Park an der ILM

Auf dem Weg zu der Villa Haar, in der traditionell die Workshops der FestSpiele des Denkens stattfinden, kann man die außergewöhnliche Schönheit des zwischen 1778 und 1828 angelegten Parks an der Ilm bewundern. Herzog Carl August hatte sich der Aufgabe gestellt, das Weimarer Ilmtal im neuen Stil des Landschaftsgartens künstlerisch auszustatten. In der Anfangsphase arbeitete er dabei sehr eng mit Goethe zusammen. Zur Ausschmückung der einzelnen Partien wurden mehrfach antike Zitate verwendet. So zeigt dieses klassische Landschaftsgarten beispielhaft das Aufeinandertreffen der Formen und Inhalte des englischen Landschaftsparks und der sich  von Italien auf den gesamten Kontinent ausbreitenden Antike-Rezeption. Zwischen 1792 und 1797 wurde als ein Höhepunkt der gesamten Parkanlage das „Römische Haus“ errichtet – ein Kleinod der Parkgestaltung mit antikisierender Gestaltung mit Stuckdekor.

Mit dem Tod Carl Augusts, der die Entwicklung der Parkgestaltung entscheidend voran getrieben hatte, fanden die Arbeiten 1828 im Wesentlichen ihren Abschluss. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Park zwar gepflegt, büßte jedoch durch Bebauungen in seinem Umfeld, zum Beispiel an der Straße »Am Horn«, einen Teil der unmittelbaren Beziehungen zur umgebenden Landschaft ein. Zudem gefährdeten unzureichende Eingriffe in den Gehölzbestand sein ursprüngliches Erscheinungsbild. Erst mit der Übernahme des Parks durch die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur (NFG) 1970 wurden umfangreiche Wiederherstellungs-, Erhaltungs- und Pflegearbeiten an den Gehölzen, Wegen und Architekturen durchgeführt. Seit 1998 gehört der Park an der Ilm zum UNESCO-Welterbe.

Das ehemalige Weinberghaus im Park an der Ilm, wohl gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, war Johann Wolfgang Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar. Wenige Monate nach seinem Eintreffen in Weimar ersteigerte er es 1776 zusammen mit dem dazugehörigen Garten. Die Finanzierung übernahm Herzog Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach. Bis zu Goethes Umzug an den Frauenplan im Juni 1782 war das Gartenhaus sein hauptsächlicher Wohn- und Arbeitsort Ein Großteil seiner literarischen Werke aus dieser Zeit entstand dort, darunter die Ballade vom »Erlkönig« und das Gedicht »An den Mond«.  Unmittelbar nach dem Kauf begann Goethe mit Reparaturen am Haus und mit der Umgestaltung des Gartens. Er entwickelte dessen typische Dreiteilung, die noch heute erkennbar ist: den parkähnlichen Hangbereich hinter dem Haus, die lichte Obstwiese und den unteren Gartenteil, wo sich die Gemüsebeete befanden. Neben der Versorgung des Hausstandes mit Obst und Gemüse diente der Garten als Ort für Geselligkeiten. Nach dem Umzug an den Frauenplan besuchte Goethe das Anwesen nur noch gelegentlich. Erst im Alter wurde es ihm wieder ein wichtiger Rückzugsort für ungestörte Arbeit. Nach Goethes Tod entwickelte sich das Gartenhaus zu einem Wallfahrtsort der Goetheverehrung und wurde 1886 als Memorialstätte eröffnet. Seit der Restaurierung in den Jahren 1995/1996 ist das Hausinnere in der von Goethe gewählten Farbigkeit wiederhergestellt.

 

COUDRAY-Saal

Die Musikschule „Ottmar Gerster“ wurde 1966 gegründet und gewährleistet seitdem eine qualifizierte musikalische Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der Stadt Weimar und des Landkreises. Die 214m² große Aula mit seitlichen Emporen kann heute unter dem Namen „Coudraysaal“ für Konzertveranstaltungen, Empfänge, Kongresse, Seminar- und Vortragsveranstaltungen angemietet werden. Der nach historischen Gesichtspunkten im Jahr 1998 komplett restaurierte Saal wurde 1826 im Beisein von keinem geringerem als Johann Wolfgang von Goethe eingeweiht. Benannt wird er nach seinem Baumeister, dem Großherzoglichen Oberbaudirektor Coudray.  Im Jahr 1816 verpflichtete sich der Architekt Clemens Wenzeslaus Coudray (1775-1845) als Großherzoglicher Oberbaudirektor in Weimar. Durch hartes Arbeiten verdient er sich bei Großherzog Carl August schnell Ansehen. In dieser Zeit wurde der Geheimrat Johann Wolfgang Goethe ein guter Freund Coudrays, der ihn bei Planungsschwierigkeiten unterstützte. Coudrays Hauptaufgabe bestand in der Planung von Gebäuden bis hin zu ganzen Straßen und Plätzen wie dem Bad Berkaer Marktplatz. Die zweite Hauptaufgabe seiner Arbeit in Weimar bestand in der Erstellung und Entwicklung von Vorschriften, Verordnungen und Anweisungen für das Bauwesen. Coudrays Arbeiten in diesem Bereich waren wegweisend. Eine Vielzahl der aktuell in Deutschland geltenden Vorschriften im Bauwesen enthalten noch immer Elemente, die Coudray entwickelte.

 

 

Kasseturm - Innenansicht

Kasseturm am Goetheplatz

Bedingt durch die Aufgabe als Wehrturm wurde der bedrohte Teil der Außenmauer verstärkt ausgeführt. Die äußere Gestalt und der Grundriss der inneren Räume sind jeweils kreisförmig mit versetzten Mittelpunkten aufgrund der Außenwand-Dickenunterschiede, womit sich ein exzentrischer Grundriss ergibt. Der heutige Keller und die erste Etage sind als Gewölbe ausgebildet.
Der Keller diente ursprünglich als Lager für Munition und Ausrüstung. Die erste Etage war mit Kanonen bestückt, die in fünf Schießscharten angeordnet waren. In die Außenmauer sind auf der ehemals stadtzugewandten Seite steinerne Treppen integriert. Das ursprüngliche Aussehen ist in den unteren beiden Etagen weitestgehend erhalten geblieben.
Nach 1770 wurden durch Anton Georg Hauptmann (1735-1803) umfangreiche Umbauarbeiten vorgenommen, die dazu dienen sollten, den Turm bewohnbar zu machen. Hierbei bekam der Kasseturm seine jetzige Gestalt. Das Obergeschoss wurde in Fachwerk erbaut und ein Spitzdach aufgesetzt.

Seit den 19160 er Jahren wurde der Kasseturm als Studentenclub genutzt, 1990 der Verein „Studentenclub Kasseturm Weimar e.V.“  gegründet, in den späten 90er Jahren renoviert, ist er heute vielseitig nutzbarer  Konzert-Event-Raum unter der Geschäftsführung von Axel Steininger.

 

Wittumspalais

Das barocke Stadtpalais liegt im Zentrum Weimars am Theaterplatz. Langjährige Bewohnerin des Wittumspalais war die Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach (1739-1807, Regierungszeit 1759-1775), eine der wenigen weiblichen Regentinnen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Sie erwarb das Palais 1774 von ihrem Minister Jakob Friedrich Freiherr von Fritsch, nachdem das Residenzschloss durch einen verheerenden Brand unbewohnbar geworden war. Die ursprünglich zum Wittumspalais gehörenden Gartenanlagen mussten der Bebauung des Theaterplatzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts weichen. In den 1870er Jahren ließ Großherzog Carl Alexander das Wittumspalais sanieren und ein Museum für Anna Amalia einrichten.

Nach ihrem Einzug in das Wittumspalais ließ Anna Amalia die Innenräume nach Plänen von Adam Friedrich Oeser, Direktor der Leipziger Zeichenakademie, umgestalten. Auf ihn gehen die Deckenmalereien im Festsaal der zweiten Etage und in den Privaträumen der ersten Etage zurück. Zahlreiche Büsten, Ölgemälde und Aquarelle zeigen Mitglieder der herzoglichen Familie und des Hofstaates sowie Gäste aus dem In- und Ausland. Im Roten Salon, den Carl Alexander als Dichterzimmmer deklarierte, befinden sich die Porträts von Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Der Speisesaal, das sogenannte Tafelrundenzimmer, diente Anna Amalia als Ort geselliger Abendveranstaltungen. Interieur und Mobiliar des Wittumspalais zeichnen sich durch schlichte Eleganz und solide Handwerkskunst aus. Einen Höhepunkt bildet die nahezu authentische Einrichtung des Grünen Salons, einst Wohnzimmer der Herzogin, im frühklassizistischen Stil aus dem Jahr 1785.